
Ein Bild-und Textband über den Topos des Erhabenen und Panoramatischen in zeitgenössischer Kunst und Architektur.
Herausgeber:
Michael Goldgruber
AutorInnen:
Thomas Ballhausen (Filmarchiv Austria, Universität Wien), Jörg Brauns (Bauhaus Universität, Weimar) Manisha Jothady (Camera Austria, Die Presse, Artmagazine, Wien).
KünstlerInnenbeiträge u.a.:
Bashir Borlakov, Beatrice Dreux, Siegfried A. Fruhauf, Michael Goldgruber, Christoph Grill, Andreas Heller, Ulrike Heydenreich, Michael Höpfner, Mathias Kessler, Hiroyuki Masuyama, propeller z Architekten, Margherita Spiluttini, Richard T. Walker, Daniel Zimmermann.
Fotobeiträge:
Michael Goldgruber
Format:
30x38 cm, Querformat, Bild- und Textband, ca.120 Seiten.
Geplantes Erscheinungsdatum: 2010
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Inhaltliches Konzept des Herausgebers:
Michael Goldgruber, bildender Künstler und Fotograf, setzt sich bereits seit einigen Jahren in seiner Arbeit sowohl in theoretischer als auch praktischer Hinsicht mit dem thematischen Feld panoramatischer Blickregimes und Dispositive des Ausschauhaltens auseinander. Dieses Feld, in das auch das Topos des Erhabenen einzuordnen ist, findet seine materielle Manifestation in architektonischen Repräsentationen.
Goldgruber entwickelte durch den Arbeitsprozess mit der beschriebenen Thematik die konkrete Vorstellung nach einem medien -und kunsttheoretisch aber auch sozialpsychologisch differenziert angelegten Bildband. Dieser soll sich nicht nur auf exemplarische Architekturbeispiele beziehen, sondern durch das Zusammenspiel von Bild und Text – in Form theoretischer Beiträgen zeitgenössischer Künstler und Wissenschaftler -eine Untersuchung darüber darlegen, in wieweit und wo sich oben genannte Dispositive, Topoi und Repräsentationssysteme des Panoramatischen in zeitgenössischen kulturellen und medialen Codierungen, „Mediendiktaten“ und im weiteren Sinne auch in Wahrnehmungs-und Verhaltensmustern wiederspiegeln.
Auf einer Vielzahl von Reisen zu Recherche-und Motivsichtungszwecken stieß Michael Goldgruber auf Inszenierungen von Aussichtsarchitektur diversen Charakters – so unter anderem Plattformen, Aussichtsterrassen und – türme, Panoramakonstruktionen sowie auf ausdrücklich als solche ausgewiesene „Orte des Ausschauhaltens“, die er fotografisch festhielt. Dabei stützt sich die Intention seiner Arbeit auf Phänomene, die mit der Materialisierung und der Manifestation eines Begehrens zu tun haben, dessen Kern den Drang ausbildet, mediale Wahrnehmung zu „überwinden“, also zu einer „unmittelbaren“ Wahrnehmung der „erhabenen“ Landschaft zu gelangen. Es geht um ein Begehren und Versprechen nach „Subjektivierung der BetrachterInnen im und durch den Vollzug der ästhetischen Wahrnehmung“1; die Dispositive und Architekturen des Auschauhaltens fungieren als materialisierte „Objekte“ dieses Begehrens nach der Erfahrung des „unmittelbaren“, „echten“ Abbilds von Natur. Ein Paradoxon in Anbetracht der konditionalen Medialität jeglicher Wahrnehmung, speziell dieser Art von Wahrnehmung, steht gerade diese Form der Aussichtsarchitektur doch regelrecht als Blickdirektive in der Landschaft. Sie manifestiert sich somit als mediale Architektur und gleicht in ihrer Funktion – metaphorisch gedacht – etwa der Fernbedienung eines TV-Apparates.Die Bandbreite möglicher inhaltlicher Ansätze reicht für Goldgruber „...von augenscheinlichen Diktaten des Freizeitverhaltens über Konstruktionen des vermeintlich unmittelbaren, authentischen Erlebens von Landschaft und Natur bis hin zu Repräsentationen des „Erhabenen“ in realen Macht-und Geschlechterverhältnissen sowie der versprachlichenden Übertragung und Metaphernbildung sozialer Hierarchien (wie z.B. Pyramiden als Darstellungsformen sozialer Verhältnisse, Figuration der Oberschichten als „erhabene“ Spitze der Gesellschaft etc …). Diese Überlegungen sollen grundsätzlich als inhaltliche Klammer des Buches fungieren, die trotzdem durchaus auch durch Beiträge der AutorInnen und KünstlerInnen dehnbar werden kann.“
1 David Komary, ´supersampling-antialiasing´, Text zur gleichnamigen Ausstellung, dreizehnzwei, Wien.